Mechanische Schalter haben in der Luft die Nase vorn

WÄHREND eine ganze Generation mit der Touchscreen-Technologie aufwächst, werden immer mehr manuelle Funktionen durch Wischen ersetzt.
Im Flugzeugcockpit jedoch – trotz enormer Investitionen großer Akteure in die Touchscreen-Forschung – wird der mechanische Schalter nicht verschwinden. In Flugzeugcockpits befinden sich Hunderte von Schaltern, die mit unterschiedlichen Oberflächen, Höhen, Größen oder Formen gestaltet sind. Die Unterschiede sind beabsichtigt – und Piloten entwickeln während der Ausbildung ein „Muskelgedächtnis“, das für die schnelle und präzise Bedienung der Cockpitsteuerung entscheidend ist.
Einige Beispiele für die verschiedenen Schalter sind Drucktaster zum Starten eines automatisierten Vorgangs, Kippschalter für Ein-Aus-Funktionen, Drehschalter oder Wippen für Moduswähler und Potentiometer für die Feineinstellung.
Wenn eine Bewegung immer wieder wiederholt wird – wie beim Autofahren oder beim Spielen einer Melodie auf dem Klavier –, speichert das Gehirn einen Vorrat an Aufgaben, die Ihre Muskeln ausführen. Das „Muskelgedächtnis“ führt dazu, dass häufig geübte Abläufe automatisch werden; es ist eine unglaublich effiziente Art des Lernens. Wenn Piloten also ihre Vorflug- und Anflugvorbereitung durchführen, nutzen sie Abläufe, die als „Flows“ bekannt sind – Dutzende von Schritten, die aus dem Muskelgedächtnis heraus ausgeführt werden. Bei Flug-„Flows“ folgt die Hand des Piloten einem festen Muster über die Steuerelemente des Flugzeugs hinweg. Einige Piloten berichten, dass sie Flows, die sie vor 30 Jahren in der Ausbildung gelernt haben, immer noch ausführen können.
Mechanische Schalter sind in einer Reihenfolge angeordnet, die diese Flows unterstützt; so kann der Pilot komplexe Abläufe in Sekunden vollziehen – Hebel ziehen, Schalter umlegen, Schlüssel drehen und den Schubhebel betätigen. Jede Aktion wird mit einer mechanischen Bewegung oder einem Geräusch belohnt. Hinzu kommt das Thema Turbulenzen. Jeder, der schon einmal auf einer holprigen Zugfahrt mit seinem Tablet hantiert hat, kann nachvollziehen, wie Turbulenzen die Flugsicherheit gefährden könnten. Wenn Ihr Getränk an Bord überschwappt, stellen Sie sich vor, einen Touchscreen bedienen zu wollen – ein Pilot, dessen Kopf an die Decke stößt, kann selbst bei Turbulenzen Schalter und Drehknöpfe noch sicher und fehlerfrei bedienen.
Im schlimmsten Fall eines Notfalls ist das Muskelgedächtnis eines Piloten entscheidend – zusammen mit der taktilen Rückmeldung mechanischer Schalter. Es ist dieses Gedächtnis, das die Hand des Piloten im Bedarfsfall an die richtige Stelle führt, sogar ohne hinzusehen. Wenn man in einem Notfall ein paar Dutzend Schalter umlegt – und das schnell –, ist die taktile Rückmeldung eines Schalters von entscheidender Bedeutung. Und ein umgelegter Schalter lässt sich danach mit einem kurzen Blick rasch überprüfen. Zusammen mit dem geringen Risiko eines Computerausfalls – was passiert, wenn der Touchscreen „abstürzt“? – haben herkömmliche Schalter eindeutig die Nase vorn. Obwohl sich die Technologie also ständig weiterentwickelt, haben in Luftfahrtanwendungen Sicherheit und Zuverlässigkeit oberste Priorität. Schalter wie die, die Nexus an die Luftfahrtindustrie liefert, haben sich immer wieder bewährt.
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